5/16 – April, April, …

… der weiß nicht was er will.
Wie wahr! Und was für ein April das heuer war!
Er gab’s uns kalt – warm.

Erst war es so lau, dass die ganze Natur viel früher als sonst in Saft und Kraft kam. Die Vögel bauten bereits fleißig ihre Nester, alle Obstbäume waren in voller Blüte, die Tauber gurrten um die Wette, dass es eine Freude war. Die Regenschauer zwischendurch kamen dem Wachstum sehr entgegen.
Es war eine Pracht.

Aber dann –

Der Schnee war mehr Matsch und so nass und patzig, dass er auf den Blättern hängen blieb und die Zweige bis zum Boden bog, denn er war extrem schwer.

Ständig brachen Äste, selbst ganz dicke, ab wie Streichhölzer und fielen quer über die Straßen. Wege und Autobahnen wurden gesperrt, Ferlach und andere Orte waren von der Außenwelt abgeschnitten. Die Autos schlitterten haltlos ineinander oder in den Graben. Züge fielen aus. Vereinzelt brachen auch Strommasten und die Leitungen lagen, teilweise noch stromführend, am Boden rum.

Es bestand Lebensgefahr.

Und kaum zwei Tage später war der ganze Spuk vorüber. Die Sonne lacht wieder vom Himmel, als ob nichts gewesen wäre. Die Obsternte ist allerdings heuer hinüber. Von anderen Ernte- und Forstschäden ganz zu schweigen.

April, April, …

… der weiß nicht was er will. 
Mal Regen und mal Sonnenschein,
Dann schneit’s auch wieder zwischendrein.
April, April, der weiß nicht was er will.

Nun seht, nun seht, wie`s wieder stürmt und weht.
Und jetzt, oh weh, oh weh,
Da fällt auch dicker Schnee.
April, April, der weiß nicht was er will.