7/05 – Lindwurm geschmort im eigenen Saft – das Klagenfurter Hausrezept

Man suche sich einen zirka 700 jährigen Lindwurm (älter werden sie zäh wie Schuhleder). Es sollte unbedingt einer sein, der sich bis dato ausschließlich von Jungfrauen ernährt hat. Hat er nämlich andere in seiner Wachstumphase verspeist, so bekommt das Fleisch einen galleartigen Geschmack, der auch nach tagelangem Beizen in Milch und Honig nicht wegzukriegen ist. Besonders schmackhaft ist es, die Bauchhöhle nach dem Ausnehmen mit Senf auszuschmieren und mit ein paar Stauden Zitronenmelisse und Rosmarin auszulegen. Zusammen mit Gemüsen der Saison ab in das Backrohr und zirka 3 Tage gschmort. Die Wartezeit verkürzt man sich am besten mit ein paar kühlen Schleppe Bieren.

In alter Zeit wurden Lindwürmer noch mit großen Haken – wie sie derzeit noch bei der Wörthersee Schifffahrt als Anker Verwendung finden – gefangen. Der Haken wurde an einem Stier oder Ochsen befestigt, bis schließlich der Lindwurm wie ein Fisch an der Angel daran zappelte. Sodann wurde er von Knechten mit Keulen erschlagen. Diese Prozedur gestaltet sich jedoch ziemlich aufwendig. Außerdem schüttet der Lindwurm durch den langen Todeskampf Stresshormone aus, die die Qualität des Fleisches vermindern. Zudem käme man heutzutage mit dem neuen Tierschutzgesetz in Konflikt. Es empfiehlt sich daher die einfachere Methode der christlichen Zeit zu verwenden, indem man einen der drei ritterlichen Nothelfer für die Jagd auf den Lindwurm verpflichtet. Diese ritterliche Jagdmethode auf Drachen orientiert sich mehr an der Art des spanischen Stierkampfes. Am bekanntesten ist wohl derzeit St. Georg, währernd St. Achatius und St. Eustachius etwas in Vergessenheit geraten sind, nichtsdestotrotz aber immer noch zur Verfügung stehen.

Für Vegetarier sei die Hl Margarethe erwähnt, ebenfalls eine der 14 Nothelfer (das Madl mit dem Wurm), als Beschützerin der Lindwürmer und Drachen.